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Der Energiemarkt zwischen Iran-Krise und vorsichtiger Hoffnung
Die Entspannungssignale zu Beginn des Jahres waren nur von kurzer Dauer. Seit dem Frühjahr bestimmt die militärische Eskalation im Iran die Schlagzeilen und damit auch die Preiskurven an den Energiebörsen. Für Unternehmen in Deutschland bedeutet das erneut eine Phase hoher Volatilität und steigender Kosten.
Der Iran-Konflikt hat die Energieversorgung weltweit unter Druck gesetzt. Besonders die Blockade der Straße von Hormus und die Angriffe auf wichtige Flüssiggas-Terminals ließen die Gaspreise im März und April zeitweise um rund 40 bis 50 % in die Höhe schnellen. Da Erdgas in Deutschland nach wie vor die Grenzkosten für die Stromerzeugung bestimmt, zogen auch die Börsenstrompreise nach. In der Spitze sahen wir im März Strompreise von über 130 €/MWh. Zum Vergleich: Zu Jahresbeginn lagen diese noch deutlich unter der 100-Euro-Marke (bei ca. 80 €/MWh, Quelle EEX).
Die aktuelle Situation
Die zwischenzeitliche Hoffnung auf Entspannung hat sich vorerst nicht bestätigt. Zwar hatte die Ankündigung einer befristeten Waffenruhe die Märkte Anfang April kurz beruhigt und Öl zeitweise wieder unter die 100-Dollar-Marke gedrückt. Inzwischen gilt die Lage jedoch wieder als hochfragil, denn nach dem Scheitern erster Gespräche und der Ankündigung weiterer Maßnahmen rund um den Schiffsverkehr im Golf ist der Ölpreis erneut über 100 US-Dollar gestiegen. An den Gasmärkten bleibt die Nervosität entsprechend hoch.
Der Füllstand der deutschen Gasspeicher lag Ende März bei rund 22 % und damit niedrig, aber für die Jahreszeit auf einem gerade noch vertretbaren Niveau. Nun müssen sie in den Sommermonaten für den kommenden Winter zügig aufgefüllt werden. Bleibt das Preisniveau an den internationalen Märkten hoch, verteuert das die Beschaffung in Deutschland.
Trotz der angespannten geopolitischen Lage ist die Situation in Deutschland derzeit noch stabiler als 2022, vorausgesetzt es erfolgen keine weiteren Eskalationen. Die Lage im Jahr 2022 und die heutige Situation zeigen aber sehr deutlich, dass Versorgungssicherheit und Planbarkeit inzwischen wieder einen sehr hohen Stellenwert haben.
Genau hier unterstützen wir Sie als Ampere-Kunden: mit laufender Marktbeobachtung, fundierter Einschätzung und einer Beschaffungsstrategie, die auf volatile Marktphasen vorbereitet ist. Alle Ampere-Kunden sind in Energielieferverträgen, die im Rahmen fester Laufzeiten fixierte Preise haben. Damit können auch Phasen erhöhter Unsicherheit am Markt überbrückt werden.
Industriestrompreis: Entlastung für die Großen und eine verpasste Chance für kleinere Betriebe
Seit Monaten wird über ihn gestritten, nun ist er beschlossene Sache. Der staatlich subventionierte Industriestrompreis kommt rückwirkend zum 1. Januar 2026. Die EU-Kommission hat dafür gerade grünes Licht gegeben. Ziel ist es, energieintensive Industrien in Deutschland im internationalen Wettbewerb zu halten.
Aus Sicht der mittelständischen und kleineren Betriebe, etwa eines Handwerksunternehmens, ist diese Entwicklung jedoch ernüchternd. Denn profitieren werden nur andere.
Wer bekommt den Industriestrompreis?
9.500 Strom- und handelsintensive Unternehmen aus 91 Sektoren, die im internationalen Wettbewerb stehen, haben Anspruch auf den Industriestrompreis. Dies sind insbesondere die Branchen Stahl, Chemie, Zement, Papier und die Grundstoffindustrie.
Für diese Betriebe wird der Strompreis auf 5 Cent/kWh gedeckelt – allerdings nur für 50 % des Stromverbrauchs und befristet auf drei Jahre (2026 – 2028). Insgesamt geht es um Subventionen in Höhe von ca. 3,8 Mrd. Euro, die an Bedingungen geknüpft sind. Die Firmen müssen mindestens 50 Prozent der erhaltenen Hilfen in neue oder modernisierte Anlagen investieren und sie dürfen ihren Einsatz der fossilen Brennstoffe nicht erhöhen.
Fazit: Verständlich, aber nicht gerecht
Dass energieintensive Schlüsselindustrien Unterstützung brauchen, ist richtig und nachvollziehbar. Doch für kleine gewerbliche Betriebe bleibt aber ein bitterer Nachgeschmack. Der Industriestrompreis stabilisiert den Standort einseitig, während viele kleinere Unternehmen weiterhin mit hohen Energie-, Lohn- und Regulierungskosten kämpfen.
Was fehlt, ist eine breitere, einfacher gestaltete Stromkostenentlastung, die auch jene mittelständischen Betriebe erreicht, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden.
Smart Meter Rollout – Wenn Bewegung in den Zählerschrank kommt
Lange war der intelligente Zähler in Deutschland eher Theorie. Doch mit dem Gesetz zur Digitalisierung (GNDEW) vom Mai 2023 hat das Tempo angezogen. Für Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von über 6.000 kWh oder eigener PV-Anlage ist der Einbau neuer Zähler nun Pflicht. Das Ziel ist klar: Bis 2032 soll der analoge Stromzähler mit der Ferraris-Drehscheibe endgültig Geschichte sein.
Der Druck auf die Betreiber wächst. Deutschland hinkt im EU-Vergleich bei der Digitalisierung der Zähler deutlich hinterher. Aktuell sind erst gut 5 % der Messstellen umgerüstet. Die Bundesnetzagentur macht jetzt Ernst. Sie hat gegen 77 säumige Messstellenbetreiber Aufsichtsverfahren eingeleitet. Der Rollout dürfte jetzt also spürbar Fahrt aufnehmen.
Was bringt Ihnen die Umstellung auf Smart Meter?
Im Gegensatz zu einfachen digitalen Zählern sind Smart Meter über ein Gateway mit dem Internet verbunden. Sie senden alle 15 Minuten Verbrauchsdaten an Netzbetreiber und Lieferanten. Dies ist die Grundvoraussetzung, um z. B. dynamische Stromtarife nutzen zu können und die Netzbelastung zu steuern. Für Gewerbe und Industrie wird sich daraus in Zukunft die Möglichkeit ergeben, stromintensive Prozesse oder auch das Laden von E-Flotten in diejenigen Stunden zu verlegen, die besonders niedrige Börsenstrompreise haben. Wer Lasten intelligent verschiebt und ein Energiemanagementsystem nutzt, kann so seine Kosten weiter senken.
Was vor dem Einbau beachtet werden muss
Oft wird über Kosten und Datenschutz diskutiert. Fakt ist, dass die Gebühren gesetzlich gedeckelt sind und strenge BSI-Vorgaben sensible Betriebsdaten schützen. Die größte Hürde für den Rollout bleibt der Mangel an qualifizierten Betrieben, die die Zählerumrüstungen vornehmen können. Der Zähler allein spart dabei noch kein Geld. Er ist aber das Werkzeug, um in Zukunft teure Lastspitzen kappen und günstige Marktfenster nutzen zu können.
Informieren Sie uns, wenn Ihr Messstellenbetreiber den Tausch vollzogen hat.
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